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Malerweg: Acht Etappen durch das Elbsandsteingebirge

Der Malerweg führt in acht Etappen auf rund 115 Kilometern durch die Sächsische Schweiz. Verlauf, Charakter der Etappen, Übernachtung und Planungstipps.

Der Malerweg gehört zu den bekanntesten Fernwanderwegen Deutschlands, und das hat gute Gründe. Auf rund 115 Kilometern führt er durch die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz: über Tafelberge und durch enge Gründe, an Aussichtspunkten vorbei, die schon im 18. und 19. Jahrhundert Maler der Romantik angezogen haben. Daher stammt auch der Name. Künstler wie Adrian Ludwig Richter und Caspar David Friedrich waren in dieser Landschaft unterwegs, und einige ihrer Motive kannst du heute noch wiedererkennen.

Der Weg ist als Runde angelegt, die bei Pirna beginnt und endet. Er lässt sich gut ohne Auto erleben, weil die S-Bahn im Elbtal und die Fähren viele Etappenorte verbinden. Wer ihn gehen möchte, sollte aber Trittsicherheit mitbringen: Stufen, Leitern und Felspfade gehören dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Länge: rund 115 Kilometer in acht Etappen, als Rundweg ab Pirna-Liebethal.
  • Etappenlängen: meist zwischen etwa 11 und 18 Kilometern, oft mit vielen Höhenmetern auf kurzer Strecke.
  • Charakter: abwechslungsreich, mit Treppen, Stiegen und Felspfaden; Trittsicherheit ist wichtig.
  • Markierung: eigenes Malerweg-Zeichen mit einem stilisierten M.
  • Zuerst rechts der Elbe durch die Felsenwelt, dann links der Elbe über die Tafelberge zurück nach Pirna.

Verlauf in Kürze

Der Malerweg beginnt im Liebethaler Grund bei Pirna, einem schmalen Tal mit Sandsteinwänden, in dem auch ein großes Denkmal für Richard Wagner steht. Von dort führt er auf der rechten Elbseite durch die bekannte Felsenwelt mit Bastei, Hohnstein, dem Brand und dem Kirnitzschtal bis in die hintere Sächsische Schweiz und schließlich hinunter nach Schmilka an der Elbe, kurz vor der tschechischen Grenze.

Auf der linken Elbseite kehrt der Weg über die Tafelberge zurück, vorbei an markanten Erhebungen wie Kaiserkrone, Papststein und Pfaffenstein, mit Blick auf die Festung Königstein, bevor er wieder nach Pirna gelangt. Die linkselbische Hälfte ist ruhiger, offener und hat einen ganz anderen Charakter als die dramatischen Felsen der ersten Tage.

Die Etappen im Überblick

Die offizielle Einteilung umfasst acht Etappen. Die Angaben zu Länge und Höhenmetern unterscheiden sich je nach Quelle etwas, weil der Weg in den letzten Jahren an einigen Stellen verlegt wurde.

EtappeVon – BisCharakter
1Liebethal – Stadt Wehlensanfter Einstieg durch Liebethaler Grund und Uttewalder Grund
2Stadt Wehlen – HohnsteinBastei, Schwedenlöcher, Amselgrund; sehr beliebt und voll
3Hohnstein – Altendorfüber den Brand mit weitem Ausblick, viele Stufen
4Altendorf – NeumannmühleKirnitzschtal, Felsenwelt, abwechslungsreiche Pfade
5Neumannmühle – Schmilkahintere Sächsische Schweiz, wild und einsam, teils anspruchsvoll
6Schmilka – GohrischWechsel auf die linke Elbseite, Tafelberge und Aussichten
7Gohrisch – WeißigPfaffenstein, Blick auf die Festung Königstein
8Weißig – Pirnaruhiger Ausklang mit Elbblicken, Ankunft in der Altstadt

Die Etappen sind auf dem Papier nicht lang. Viele liegen unter 15 Kilometern. Unterschätze sie trotzdem nicht: Die zahlreichen Treppen, Auf- und Abstiege und Felspfade kosten Zeit und Kraft. Rechne für die meisten Etappen mit fünf bis sieben Stunden inklusive Pausen.

Was die einzelnen Abschnitte auszeichnet

Die ersten beiden Tage bieten gleich einige der Höhepunkte: den stillen Uttewalder Grund mit seinem bekannten Felsentor und dann die Bastei mit ihrer berühmten Brücke über den Felstürmen. Hier triffst du auf die meisten anderen Menschen, denn die Bastei ist auch ein Ziel für Tagesausflüge. Wer früh startet, hat die Brücke manchmal fast für sich.

Der Mittelteil um Hohnstein, den Brand und das Kirnitzschtal ist geprägt von tiefen Gründen und Aussichtspunkten auf die Felsenwelt. Der Brand ist ein bekannter Aussichtsbalkon mit einer Gaststätte. Der Abstieg vom Brand führt über eine lange Treppe hinunter.

Die hintere Sächsische Schweiz ist der wildeste Teil. Hier liegen große Teile der Kernzone des Nationalparks, und die Wege sind schmaler und einsamer. Dieser Bereich war vom Waldbrand 2022 betroffen. In der Folge wurde die Wegführung zeitweise geändert, und es kann weiterhin zu Umleitungen kommen.

Die linkselbischen Etappen führen über offenere Hochflächen, an Feldern und Dörfern vorbei und auf die Tafelberge hinauf. Sie sind weniger spektakulär, aber sehr stimmungsvoll, besonders im Abendlicht, und deutlich ruhiger.

Übernachtung und Gepäck

An allen Etappenorten gibt es Unterkünfte, von Pensionen bis zu Hotels. In der Hauptsaison und rund um Feiertage sind viele Betten früh ausgebucht. Plane deshalb mehrere Monate im Voraus, wenn du an festen Terminen hängst.

Mehrere regionale Anbieter haben Pauschalangebote mit Gepäcktransport. Das ist auf dem Malerweg besonders angenehm, weil du mit leichtem Tagesrucksack über Stiegen und Leitern deutlich sicherer und entspannter unterwegs bist. Wenn du dein Gepäck selbst trägst, halte es so leicht wie möglich. Ein 30- bis 35-Liter-Rucksack reicht für eine Tour mit festen Unterkünften.

Wildes Zelten ist im Nationalpark verboten. Das traditionelle Übernachten in Boofen unter Felsüberhängen ist nur an ausgewiesenen Stellen und unter bestimmten Bedingungen gestattet. Informiere dich vorher bei der Nationalparkverwaltung.

Anreise und Abkürzungen

Der Malerweg ist für Bahnreisende ideal. Pirna liegt an der S-Bahn-Linie von Dresden durch das Elbtal, die weiter bis Bad Schandau und Schöna fährt. Mehrere Etappenorte erreichst du mit S-Bahn, Fähre, Bus oder der Kirnitzschtalbahn. Dadurch kannst du einzelne Etappen auch als Tagestouren gehen oder bei schlechtem Wetter eine Etappe abkürzen.

Woher der Name kommt

Dass die Gegend heute Sächsische Schweiz heißt, geht der Überlieferung nach auf zwei Schweizer Künstler zurück, die im 18. Jahrhundert an der Dresdner Kunstakademie wirkten: den Maler Anton Graff und den Kupferstecher Adrian Zingg. Die Felsenlandschaft erinnerte sie an ihre Heimat, und ihre Ansichten machten die Region bei Künstlern und Reisenden bekannt. In der Romantik folgten viele weitere, und aus ihren Streifzügen entstand nach und nach ein Netz von Wegen, die heute als Vorbild für den Malerweg gelten.

Unterwegs lohnt es sich, gelegentlich innezuhalten und die Landschaft mit den Augen dieser Zeit zu betrachten: die Felsen im Morgennebel, die Silhouette eines Tafelbergs im Gegenlicht, die tiefen Gründe mit ihren alten Buchen. Viele Aussichtspunkte tragen heute noch Namen, die an diese Epoche erinnern.

Ausrüstung

  • Wanderschuhe mit griffiger Sohle; viele Stufen sind aus Sandstein und bei Nässe glatt
  • Wanderstöcke für die langen Treppenabstiege, die die Knie stark beanspruchen
  • Regenjacke und warme Schicht, auch im Sommer in den kühlen Gründen
  • Ausreichend Wasser, im Sommer mehr als du denkst, denn auf den Felsen wird es heiß
  • Stirnlampe für den Fall, dass eine Etappe länger dauert
  • Eine Karte oder Offlinekarte, da in den Gründen oft kein Netz ist

Die beste Jahreszeit

Frühling und Herbst sind ideal. Im April und Mai blühen die Bäume, die Gründe sind grün und kühl. Im Oktober leuchten die Buchen, und das Licht ist besonders schön. Im Sommer kann es auf den Felsen sehr heiß werden, gleichzeitig ist dann am meisten los. Im Winter sind viele Stufen und Stiegen vereist; dann ist der Malerweg nur für erfahrene Wandernde mit Grödeln sinnvoll.

Typische Fehler bei der Planung

Zu knappe Zeitplanung: Weil die Etappen kurz aussehen, planen manche Wandernde nachmittags noch Besichtigungen oder lange Anreisen ein. Die vielen Stufen und Fotostopps kosten aber mehr Zeit als gedacht. Gönn dir an jeder Etappe einen großzügigen Puffer.

Die Knie vergessen: Die langen Treppenabstiege, etwa vom Brand oder von den Tafelbergen, gehen auf die Gelenke. Wer zu Knieproblemen neigt, sollte Stöcke mitnehmen und bergab bewusst langsam gehen.

Nicht nach Sperrungen schauen: Nach Unwettern, Stürmen und dem Waldbrand 2022 sind einzelne Abschnitte zeitweise gesperrt oder umgeleitet worden. Ein kurzer Blick auf die Seiten der Nationalparkverwaltung und des regionalen Tourismusverbands vor dem Start erspart böse Überraschungen.

Am Wochenende auf die Bastei: Wer die zweite Etappe an einem sonnigen Samstag mittags geht, teilt die Basteibrücke mit sehr vielen Menschen. Leg die Etappe wenn möglich auf einen Wochentag oder starte früh.

Häufige Fragen

Ist der Malerweg für Anfänger geeignet?

Mit etwas Kondition und Trittsicherheit ja. Technisch gibt es keine Kletterstellen, aber viele Treppen, Leitern und ausgesetzte Aussichtspunkte. Wer Höhenangst hat, sollte sich die Stiegen vorher ansehen.

Kann ich den Malerweg in weniger als acht Tagen gehen?

Sportliche Wandernde kombinieren manchmal zwei kurze Etappen an einem Tag. Dann musst du aber mit sehr vielen Höhenmetern rechnen. Für eine entspannte Tour sind acht Tage gut bemessen.

Darf mein Hund mit?

Ja, im Nationalpark gilt aber Leinenpflicht. Einige Leitern und Stiegen sind für Hunde schwierig oder unmöglich. Prüf vorher die Varianten oder plane Umgehungen.

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