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Klammen in Bayern: Partnachklamm, Höllentalklamm, Breitachklamm und mehr

Tosendes Wasser, enge Felswände und Steige im Fels: die bekanntesten Klammen der bayerischen Alpen mit Tipps zu Öffnungszeiten, Andrang, Kleidung und Sicherheit.

Eine Klamm ist eine enge, tief eingeschnittene Schlucht, die ein Gebirgsbach über Jahrtausende in den Fels gegraben hat. Die Wände stehen so dicht beieinander, dass man den Himmel nur noch als schmalen Streifen sieht, das Wasser donnert unter dir durch Becken und über Stufen, und überall tropft, sprüht und rauscht es. In den bayerischen Alpen gibt es eine ganze Reihe solcher Klammen, die durch Steige, Galerien, Tunnel und Brücken erschlossen sind. Für viele Familien und Wandernde gehören sie zu den eindrucksvollsten Ausflugszielen überhaupt.

Dieser Ratgeber stellt die bekanntesten Klammen vor und gibt Tipps, wie du sie am besten erlebst. Die meisten Klammen werden von Gemeinden oder Vereinen unterhalten, die für den Erhalt der Steige ein Eintrittsgeld erheben. Öffnungszeiten und Preise ändern sich; prüfe sie vor dem Besuch auf den offiziellen Seiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klammen sind kühl, nass und laut. Eine Regenjacke und rutschfeste Schuhe gehören auch an heißen Tagen dazu.
  • Die meisten Klammen haben feste Öffnungszeiten und Saisons, manche schließen im Winter, andere sind ganzjährig geöffnet.
  • Nach Starkregen, Gewittern oder Steinschlag können Klammen kurzfristig gesperrt werden.
  • An Sommerwochenenden und in den Ferien bilden sich teils lange Schlangen am Eingang. Früh kommen lohnt sich.
  • Mit Kinderwagen sind die Steige meist nicht begehbar; eine Trage ist die bessere Wahl.

Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen

Die Partnachklamm ist die bekannteste Klamm Bayerns. Die Partnach hat sich hier rund 700 Meter lang durch den Fels gegraben, die Wände ragen an den höchsten Stellen weit über 80 Meter auf. Der Weg führt auf einem Steig durch Tunnel und Galerien direkt über dem tosenden Wasser entlang.

Ausgangspunkt ist meist das Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen, von dem aus ein breiter Weg zum Klammeingang führt. Die Partnachklamm ist in der Regel ganzjährig geöffnet. Im Winter bilden sich an den Wänden mächtige Eiszapfen und Eisvorhänge, die mit Beleuchtung besonders beeindruckend sind.

Die Klamm lässt sich gut mit einer Rundwanderung verbinden, etwa hinauf zu den Almen oberhalb der Schlucht oder weiter ins Reintal, durch das auch der längste Weg auf die Zugspitze führt. Weil die Klamm so bekannt ist, ist sie an schönen Tagen sehr voll. Wer am frühen Morgen kommt, erlebt sie deutlich entspannter.

Höllentalklamm bei Grainau

Die Höllentalklamm liegt unterhalb der Zugspitze und ist der Zugang zum Höllental. Sie ist wilder und ursprünglicher als die Partnachklamm. Der Steig wurde Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt und führt durch zahlreiche Tunnel und über Brücken dicht am Wasser entlang.

Die Höllentalklamm ist nur in der Sommersaison geöffnet, ungefähr von späten Frühjahr bis in den Herbst, abhängig von Schneelage und Lawinenresten. Vom Ortsteil Hammersbach führt ein Weg mit stetiger Steigung zum Klammeingang. Nach der Klamm erreichst du die Höllentalangerhütte, ein schönes Ziel für eine Tagestour mit spürbaren Höhenmetern. Die Tour ist für trittsichere Familien mit Kindern im Schulalter gut machbar.

Am Ende der Saison und nach Gewittern ist das Wasser oft besonders stark. In der Klamm ist es kühl und nass, auch wenn draußen Hochsommer herrscht.

Breitachklamm bei Oberstdorf

Die Breitachklamm im Allgäu gehört zu den tiefsten Felsschluchten Mitteleuropas. Die Breitach hat hier eine bis zu etwa 150 Meter tiefe Schlucht in den Fels gegraben. Ein gut ausgebauter Steig führt rund zwei Kilometer durch die Klamm, an Felswänden und Wasserfällen vorbei.

Die Breitachklamm ist ebenfalls über weite Teile des Jahres geöffnet, im Winter mit beeindruckenden Eisformationen. Sie lässt sich von Oberstdorf aus mit einer längeren Wanderung oder mit dem Bus erreichen und gut mit Touren ins Kleinwalsertal kombinieren. Im Frühjahr kann die Klamm wegen Schneeschmelze oder Eisabbruch zeitweise geschlossen sein.

Klammen im Berchtesgadener Land

Auch rund um Berchtesgaden gibt es sehenswerte Klammen:

  • Wimbachklamm in Ramsau: eine kurze, aber sehr eindrucksvolle Klamm am Eingang zum Wimbachtal, ideal als Auftakt einer Wanderung zum Wimbachschloss und weiter in den Nationalpark Berchtesgaden.
  • Almbachklamm bei Marktschellenberg: eine längere Klamm mit vielen Brücken, Stufen und Tunneln, die zu einer Wallfahrtskirche hinaufführt. Sie ist abwechslungsreich und hat zahlreiche Wasserfälle und Gumpen.

Weitere Klammen

In den bayerischen Alpen findest du noch viele kleinere Klammen, etwa die Starzlachklamm bei Sonthofen oder die Leutaschklamm an der Grenze zwischen Mittenwald und Tirol, die mit Steigen und Panoramabrücken erschlossen ist. Sie sind oft weniger überlaufen und lohnen sich besonders für alle, die die großen Klammen schon kennen.

Die Klammen im Vergleich

KlammRegionSaison (grob)Charakter
PartnachklammGarmisch-Partenkirchenmeist ganzjährigbekannt, gut ausgebaut, sehr voll
HöllentalklammGrainauSommersaisonwild, Tunnel, Zugang zum Höllental
BreitachklammOberstdorfgroße Teile des Jahressehr tief, langer Steig
WimbachklammRamsauSommersaisonkurz, eindrucksvoll
AlmbachklammMarktschellenbergSommersaisonlang, viele Brücken und Gumpen

Was du anziehen solltest

In einer Klamm ist es fast immer deutlich kühler als draußen, und die Gischt macht dich nass. Diese Ausrüstung bewährt sich:

  • Rutschfeste Schuhe: Die Steige sind feucht, teilweise moosig oder mit nassem Holz belegt. Wanderschuhe oder feste Sportschuhe mit gutem Profil sind Pflicht, Sandalen und glatte Sohlen sind ungeeignet.
  • Regenjacke: Auch an sonnigen Tagen, gegen Sprühnebel und Tropfwasser aus den Tunneln.
  • Warme Schicht: Besonders für Kinder, die schnell frieren.
  • Wasserdichte Hülle fürs Handy: Die Gischt erreicht auch die Kamera.

Helme sind in den meisten Klammen nicht vorgeschrieben. In einigen Klammen weisen Schilder aber auf Steinschlaggefahr hin; dann gilt: zügig weitergehen und nicht unter den Schildern stehen bleiben.

Sicherheit in der Klamm

Die Steige in den großen Klammen sind gut gesichert, mit Geländern, Seilen und befestigten Wegen. Trotzdem gelten ein paar Regeln:

  1. Auf dem Steig bleiben. Klettere nicht über Geländer und steig nicht ins Bachbett ab. Die Strömung ist stärker, als sie aussieht, und das Wasser eiskalt.
  2. Kinder an die Hand nehmen. Gerade an engen Stellen und Brücken.
  3. Langsam gehen. Die Steige sind nass, und der Gegenverkehr kommt manchmal überraschend um die Ecke.
  4. Sperrungen ernst nehmen. Nach Starkregen kann das Wasser schnell steigen, und Steinschlag ist häufiger. Eine geschlossene Klamm ist aus gutem Grund geschlossen.
  5. Nicht bei Gewitter. Gewitter in der Umgebung können in der Klamm zu plötzlichem Wasseranstieg führen.

Mit Kindern in die Klamm

Klammen begeistern fast alle Kinder: Tunnel, Brücken, Wasserfälle, das Donnern des Wassers. Für kleine Kinder ist eine Rückentrage die beste Wahl, denn Kinderwagen sind auf den schmalen Steigen mit Stufen nicht erlaubt oder unpraktisch. Schulkinder können meist selbst gehen. Kalkuliere ein, dass es in der Klamm laut ist und manche Kinder das als beängstigend empfinden. Plane danach eine ruhige Pause in der Sonne ein, denn nach der kühlen Klamm tut Wärme gut.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für einen Klammbesuch?

Am frühen Morgen, bevor die Busgruppen kommen, oder am späten Nachmittag. Nach einigen Regentagen führen die Bäche viel Wasser, was besonders eindrucksvoll ist, solange die Klamm geöffnet bleibt.

Darf mein Hund mit in die Klamm?

In vielen Klammen sind angeleinte Hunde erlaubt, in einigen nicht. Für manche Hunde sind Gitterroste und der Lärm unangenehm. Prüf die Regeln vorab.

Wie lange dauert ein Klammbesuch?

Die Klamm selbst ist oft in einer halben bis einer Stunde durchquert. Mit Anstieg, Rückweg und Pausen solltest du für einen Ausflug aber zwei bis vier Stunden einplanen, je nach Klamm und Rundweg.

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